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Wie soll es beim Thema Bürgerhaus weitergehen?

12. Februar 2021

In der Stadtverordnetenversammlung am 29.10.2020 haben alle Stadtverordneten dem Beschluss zum Rückkauf des Erbbaurechts für das Bürgerhaus und damit auch der Entscheidung zur Schließung des Hotelbetriebs zugestimmt. Weiterhin herrscht große Einmütigkeit darüber, dass ein neues Bürgerhaus anstelle des jetzigen gebaut werden soll.

Einig ist man sich jedoch nicht in der Frage, wie der Zeitraum bis zur Fertigstellung eines neuen Bürgerhauses überbrückt werden sollte. Wenn man sich ohne „Wenn und Aber“ dafür ausspricht, dass man das jetzige Bürgerhaus übergangsweise weiterhin nutzen sollte, müssen die Kosten hierfür in einem vertretbaren Rahmen liegen.

Zwischenzeitlich hat die Stadtverwaltung die von der Politik geforderten Zahlen, wieviel ein Übergangsbetrieb im jetzigen Bürgerhaus kosten würde, bereitgestellt.

Nur für die Umsetzung der geforderten behördlichen Auflagen und die laufende Unterhaltung würden allein im ersten Jahr Kosten von über 500.000 € anfallen. Für jedes weitere Jahr ist mit Betriebskosten von mindestens 180.000 € zu rechnen, weitere Instandhaltungsmaßnahmen noch nicht eingerechnet.

Angesichts von lediglich knapp 15 Veranstaltungen pro Jahr, die tatsächlich ein Bürgerhaus mit Saal und Foyer benötigen (siehe hierzu die Sitzungsunterlagen zur Stadtverordnetenversammlung am 18.02.2021), ist dies eine sehr stolze Summe!

In diese ca. 15 Veranstaltungen sind z.B. auch 4 bis 5 Blutspendetermine des DRK eingerechnet und wer würde über 35.000 €, (so viel würde eine einzige Veranstaltung umgerechnet kosten), für die Durchführung eines Blutspendetermins bezahlen ?

Im Hinblick auf die anstehende Schließung des Bürgerhauses hat sich der DRK-Blutspendedienst nach einer anderen Räumlichkeit umgeschaut. Die nächsten Termine finden bis auf weiteres in der Sporthalle der Grundschule statt.

So wie das DRK haben sich auch andere Nutzer des Bürgerhauses um Ausweichmöglichkeiten gekümmert oder befinden sich in entsprechenden Gesprächen.

Vernünftig wäre es in der jetzigen Lage:

  • die wenigen Veranstaltungen, die tatsächlich einen Saal mit Foyer benötigen, z.B. in der Aue-Eventhalle oder der Fritz-Henkel-Halle durchzuführen, um unnötige Kosten zu vermeiden.
  • so wenig Steuergelder wie nur irgend möglich in ein Gebäude zu investieren, das absehbar abgerissen werden soll.
  • so viele Veranstaltungen wie möglich (Vereinssitzungen etc.) bei unseren heimischen Gastronomiebetrieben durchzuführen und diese zu unterstützen.

Dass der „vor allem bezahlbare Interimsbetrieb“, vollkommen unrealistisch ist, steht angesichts der jetzt veröffentlichten Zahlen, außer Frage.

Der Bürgerblock Biedenkopf spricht sich eindeutig dagegen aus, Steuergelder in einen Übergangsbetrieb im jetzigen Bürgerhaus zu investieren, da wir der Meinung sind, dass dieses Geld wesentlich sinnvoller investiert wäre, wenn man in Ausweichlösungen investieren würde, von denen man auch langfristig noch einen Nutzen hat und nicht nur bis zum Abriss des alten Bürgerhauses.

Außerdem ist auch zu beachten, dass für den Zeitraum zwischen Abriss des jetzigen Gebäudes bis zur Fertigstellung des Neubaus auch Lösungen für einen Übergangsbetrieb gefunden werden müssten. Diese Ausweichmöglichkeiten würden auch benötigt, da bei einem Interimsbetrieb durch erhebliche Sanierungsarbeiten das Bürgerhaus ebenfalls geschlossen wäre.