Infrastruktur

Unsere Infrastruktur ist an vielen Stellen in die Jahre gekommen und stark sanierungsbedürftig. Angefangen bei unserer Feuerwehr, die für unser aller Sicherheit da ist, über unsere Straßen, Brücken, Treppen und Verbindungswege oder der Stadtpark in der Kernstadt. Über viele Jahre wurde hier zu wenig investiert.

Ein Sanierungsbedarf in hoher zweistelliger Millionenhöhe ist jetzt die Folge. Wir müssen dringend beginnen, den aufgelaufenen Sanierungsstau abzuarbeiten.

Brücken

Nach längerer Planungsphase, und nachdem der Bürgerblock bereits im Jahr 2019 im Rahmen einer Großen Anfrage in der Stadtverordnetenversammlung auf den schlechten Zustand des Sachsenhäuser Stegs hingewiesen hatte, ist der Neubau der Brücke mittlerweile in Arbeit. Wir hoffen auf eine Fertigstellung der Brücke noch deutlich vor Grenzgang.

Für die ebenfalls marode Brücke am Sportplatz in Wallau wurden mittlerweile auch die notwendigen finanziellen Mittel bereitgestellt, so dass auch hier demnächst mit der Planung einer neuen Brücke begonnen werden kann.

Weiterhin notwendig ist jedoch auch die Sanierung der Brücke am Sportplatz in Kombach, die ebenfalls schon seit vielen Jahren dringend sanierungsbedürftig ist. Hier sollten Gespräche mit der Gemeinde Dautphetal geführt werden, ob diese sich ggf. an den Sanierungskosten beteiligt, da die Brücke auch von Bürgern aus Wolfgruben gerne genutzt wird.

Biedenkopf braucht Brücken – Bürger legen selbst Hand an!

So hätte die Schlagzeile im letzten Jahr lauten können.

Die notwendige Schließung aus Sicherheitsgründen des Sachsenhäuser Stegs führte zu Unmut vieler Bürger. Leider mahlen die Mühlen der Bürokratie nur sehr langsam, was leider politisch nicht immer beeinflussbar ist sowie die Finanzierbarkeit.

Dennoch möchten wir auf keinen Fall die nachfolgenden Bilder jemandem vorenthalten, welche zeigen wie schnell und unbürokratisch mit enormer Eigeninitiative hier versucht wurde das gegenüberliegende Ufer doch schnell zu erreichen und die Lahn zu „über-Brück-en!

Auch wenn dies zu vielen Schmunzeleien führte, uns viel Aufmerksamkeit in sämtlichen Medien brachte und unter absoluter Geheimhaltung in jeweiligen „Nacht-und-Nebel Aktionen“  nach dem Abriss der ersten selbst gebauten Brücke eine Zweite folgte, möchten wir doch ermahnen hier dem Wort des Bürgermeisters zu folgen und bitte die Regeln der Wasserschutzbehörde nicht zu ignorieren.

Illegaler Steg Nummer 1

Steg1_2

Illegaler Steg Nummer 2

Hier wurde die Barrierefreiheit bereits schon in Betracht gezogen, sollte natürlich bei dem Neubau des Sachsenhäuser Stegs auf jeden Fall berücksichtigt werden.

Steg2

Vielen Dank liebe Brückenbauer, ihr habt im letzten Sommer mit diesem außerordentlichen Engagement zu einer Erheiterung beigetragen und Biedenkopf überregional in die Presse und Fernsehen gebracht!

Straßen

Unser Straßennetz ist in einem sehr schlechten Zustand. Es bestehen an vielen Stellen starke Oberflächenschäden wie Schlaglöcher, Setzungen, oder Verformungen. Bereits in 2019/2020 wurde von einem Fachbüro ein Straßenzustandskataster für alle städtischen Straßen erstellt. Das Fachbüro kam bereits damals zu dem Ergebnis, dass allein für die Behebung der gravierendsten Schäden Investitionen von ca. 11 Millionen € notwendig waren. Für eine Instandsetzung aller damals vorhandenen Schäden wurde mit Instandsetzungskosten von ca. 56 Millionen € gerechnet.

Für die am schlimmsten beschädigten Straßen lautete die Einstufung des Gutachters bereits damals, dass eine Verletzung der Verkehrssicherheitspflicht aufgrund der vorhandenen Schäden möglich wäre und ein sofortiger Handlungsbedarf besteht.

Leider sind seit damals weiterhin zu wenig Mittel in die Instandsetzung unserer Straßen investiert worden. Mit Ausnahme des Hahnrodswegs und des Hainbachsgrabens in Wallau sind keinerlei grundhafte Reparaturen von Straßen erfolgt.

Die von CDU / SPD und UBL eingeführten wiederkehrenden Straßenbeiträge haben, außer einem immensen Berg an Verwaltungskosten leider auch zu keiner Verbesserung geführt, obwohl dies damals als glänzende Lösung für den Sanierungsstau dargestellt wurde.

Nach weiteren 5 Jahren Substanzverlust und deutlichen Kostensteigerungen für Baumaßnahmen, dürften sich die Kosten für die dringendst notwendigen Reparaturen mittlerweile den 20 Millionen € nähern.

Hier ist endlich ein Kurswechsel erforderlich. Es müssen konstant und nachhaltig Mittel für die Instandsetzung unseres Straßennetzes bereitgestellt werden.

Feuerwehr

Die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Biedenkopf mit seinen Stadtteilen sind 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr, für unsere Sicherheit einsatzbereit.

Sie „Retten – Löschen – Bergen – Schützen“ im Ehrenamt, sie begeben sich freiwillig in gefahrgeneigten Einsatzanlässe.  Hierfür spricht der Bürgerblock seine uneingeschränkte,  besondere Wertschätzung und seinen Dank aus.

Einschießen bei den Dankesworten möchten wir  ausdrücklich die Lebenspartner und Familien.

Entwicklungen und Tendenzen, die Handeln erfordern und wofür wir uns einsetzen

Seit 2019 gibt es in Hessen verschärfte Unfallverhütungsvorschriften (UVV) für Feuerwehren. Das hat zur Folge, dass bei allen Feuerwehrunterkünften bauliche Anpassungen erforderlich werden; in den kommenden Jahren sind enorme Investitionen zu tätigen.

Die Feuerwehren von Eckelshausen und Kombach haben gemeinsam beschlossen zu fusionieren. Die neue Unterkunft soll zwischen den beiden Stadtteilen gebaut werden.

Seit längerer Zeit ist ein Trend zu beobachten, dass es den Einsatzabteilungen an Nachwuchs fehlt. Durch das Nachrücken aus den Jugendfeuerwehren kann das nicht gänzlich kompensiert werden.  Wir müssen alle daran arbeiten und werben, damit sich Bürgerinnen und Bürger bei den Feuerwehren engagieren.

Dafür müssen wir proaktiv neue Wege beschreiten:

  • Zusammen mit den Kirchen Werbung bei Vorbereitung für Konfirmation und Kommunion
  • Ansprechen von Burschenschaften etc.
  • In der Politik darauf hinarbeiten, dass das Thema der ehrenamtlichen Hilfsorganisationen in den Fokus der Lehrpläne der Schulen aufgenommen wird.

Mit Abschaffung der Wehrpflicht gibt es keine Möglichkeit der Ersatzverpflichtung für die Feuerwehr. Politisch soll man den Gedanken wieder aufgreifen und aus der Kommune heraus bewerben.

Eine weitere Problematik besteht bei der Löschwasserversorgung. Viele Rohre sind teilweise älter als 40 Jahre und müssen erneuert werden. Insbesondere das Leitungsnetz in Wallau ist davon besonders betroffen.

In der Stadtverordnetenversammlung v. 29.01.2026 wurde der Bedarf- und Entwicklungsplan der Stadt Biedenkopf für den Brandschutz veröffentlicht. Die Übersicht ist im Ratsinfodienst der Stadt Biedenkopf eingestellt und kann dort eingesehen werden:

https://rim.ekom21.de/biedenkopf/sdnetrim/UGhVM0hpd2NXNFdFcExjZd6Ayfeux6W8k1_XoMTzTk_GEmnSDmBlRf7guCu6etAu/Bedarfs-_u_Entwicklungsplan.pdf

Jugendfeuerwehr

In Biedenkopf verfügt jede Einsatzabteilung über eine eigene Jugendfeuerwehr. Die Abteilungen Dexbach und Engelbach bündeln dabei ihre Kräfte und betreiben eine gemeinsame Jugendfeuerwehr. Damit wachsen junge Menschen in Biedenkopf in ein Ehrenamt hinein, das für die Sicherheit unserer Stadt und unserer Ortsteile unverzichtbar ist. Sie lernen Teamgeist, Technik, Disziplin und den Mut, im Ernstfall für andere da zu sein.

Doch Jugendfeuerwehr ist weit mehr als nur Nachwuchsgewinnung. Sie ist ein sozialer Raum, in dem Kinder und Jugendliche Selbstvertrauen entwickeln, Freundschaften schließen und erleben, dass Engagement etwas bewirkt. Wer hier mitmacht, wächst in eine Gemeinschaft hinein, die trägt, was wiederum ein Gewinn für die Bewohner von Biedenkopf und den Stadtteilen ist.

Damit diese wichtige Arbeit auch in Zukunft durchführbar ist und stark bleibt, wollen wir die Jugendfeuerwehr gezielt fördern:

Moderne und sichere Ausstattung

Übungen brauchen Material, das funktioniert, motiviert und mit dem es Spaß macht, zu üben. Wir setzen uns dafür ein, dass die Jugendfeuerwehr zeitgemäße Ausrüstung erhält — von Übungsgeräten bis zu persönlicher Schutzausrüstung, die speziell für Jugendliche geeignet ist und die nötige Sicherheit bei den Übungen gewährleistet.

Verlässliche Unterstützung der Betreuerinnen und Betreuer

Die Jugendwarte und Betreuer leisten Großartiges. Sie bereiten nicht nur Übungen, Fahrten und Zeltlager vor, sondern kümmern sich auch um die Belange der Jugendlichen. Damit sie diese Aufgaben gut bewältigen können, gibt es mittlerweile ein umfangreiches Aus- und Fortbildungsprogramm von Seiten der Feuerwehr. Die Voraussetzungen zur Ausführung des Amtes eines Jugendwartes sind in den letzten Jahren aber immer weiter gestiegen, wodurch sich der Zeitaufwand noch weiter erhöht hat.

Wir wollen die Jugendwarte und Betreuer daher entlasten, indem wir:

  • Fortbildungen erleichtern,
  • Verwaltungsaufwand reduzieren,
  • und die Anerkennung ihres Engagements stärken.

Attraktive Ausbildungs- und Übungsbedingungen

Voraussetzung für eine gute Jugendarbeit sind geeignete Unterkünfte. Wir setzen uns daher ein für:

  • geeignete Übungsflächen,
  • sichere Räumlichkeiten,
  • und eine Infrastruktur, die auch moderne Ausbildungsmethoden ermöglicht.

Starke Zusammenarbeit mit Schulen und Vereinen

Die Jugendfeuerwehren in Biedenkopf kooperieren bereits seit Jahren mit den örtlichen Schulen, um den Schülerinnen und Schülern schon früh Brandschutzerziehung anbieten zu können und für die Jugendfeuerwehren zu werben. Die damit praktizierte Sichtbarkeit der Jugendfeuerwehren ist sehr wichtig. Wir setzen uns dafür ein, dass durch solche Kooperationen mit Schulen, aber auch mit Vereinen und sozialen Einrichtungen noch mehr junge Menschen erreichet werden und ihnen der Zugang zu den Jugendfeuerwehren erleichtert wird.

Förderung von Gemeinschaft und Erlebnissen

Zeltlager, Wettbewerbe, Ausflüge und gemeinsame Projekte sind das Herzstück der Jugendarbeit. Wir wollen diese Aktivitäten unterstützen, indem wir die Organisation solcher Veranstaltungen erleichtern und bürokratische Aufwände verringern. Der Zugang zu finanziellen Fördermöglichkeiten soll dabei vereinfacht werden.

Die Jugendfeuerwehren sind ein Schatz für unsere Stadt — menschlich, gesellschaftlich und sicherheitsrelevant. Wer heute in die Jugendfeuerwehr investiert, stärkt die Einsatzkräfte von morgen und fördert eine Generation, die Verantwortung übernimmt.